Sefer Tepe
found at Sefer Tepe
Iconic T-shape columns ubiquitious and characteristic of the a architecture of Taş Tepeler.
Sefertepe Die Siedlung befindet sich im Dorf Eskikale im Bezirk Viranşehir von Şanlıurfa, etwa 72 Kilometer östlich des Stadtzentrums von Şanlıurfa und 25 Kilometer westlich von Viranşehir. Sie gilt als die östlichste bekannte Siedlung aus der Jungsteinzeit vor der Keramikzeit auf dem Şanlıurfa-Plateau und ist Teil des Euphratbeckens.
Während einer Vorlesung an der Harran-Universität über neolithische Gesellschaften und Göbeklitepe bemerkte der Geschichtsstudent Sefer, dass sein Dorf Säulen aufweise, die an jene in Göbeklitepe erinnerten. Daraufhin besuchte sein Professor das Dorf, was zur Entdeckung dieser Säulen führte. Oberflächenuntersuchungen im Jahr 2003 führten dazu, dass Sefertepe als archäologische Stätte zweiten Grades eingestuft und zu Ehren des Studenten Sefer benannt wurde.
Im Jahr 2021 begannen archäologische Ausgrabungen im Rahmen des Forschungsprojekts „Neolithikum Şanlıurfa – Taş Tepeler“, das vom Museum Şanlıurfa in Zusammenarbeit mit dem Institut für Prähistorische Archäologie der Universität Istanbul geleitet wird. Die Funde deuten darauf hin, dass Sefertepe im Vergleich zu anderen neolithischen Stätten der Region eine relativ kleine, im Flachland gelegene Siedlung war.
Zu den Funden gehört ein rechteckiges öffentliches Gebäude, das vermutlich für soziale oder gemeinschaftliche Zwecke bestimmt war. Im Inneren wurden zwei gegenüberliegende Säulen entdeckt, die offenbar absichtlich beschädigt wurden. Das Gebäude weist zudem architektonische Elemente wie Strebepfeiler, Nischen und eine zwischen zwei Basaltsteinen eingelassene Feuerstelle auf. In der südwestlichen Ecke befinden sich außerdem ein großes Steingefäß und Mahlsteine, was auf eine öffentliche Nutzung des Gebäudes hindeutet.
Besonders bemerkenswert ist, dass der 19M-Graben bei Sefertepe zahlreiche menschliche Skelette zutage förderte, darunter 21 Schädel, die in dem sogenannten „Schädelraum“ gruppiert gefunden wurden und mit einem neolithischen „Schädelkult“ in Verbindung stehen. Darüber hinaus wurden in den östlichen und westlichen Ecken des Gebäudes Fötus- und Säuglingsskelette sowie andere menschliche Knochenreste entdeckt, während in den paarweise angeordneten Säulen im nordwestlichen Bereich ebenfalls Skelettreste gefunden wurden.
Sefertepe zeichnet sich durch die Verwendung von Steinsplittern, geschliffenen Steinen und Knochenwerkzeugen aus, wobei etwa 90 % des Rohmaterials aus Feuerstein und etwas Obsidian bestanden. Zu den archäologischen Funden zählen Pfeilspitzen, Speerspitzen, Schaber, Sichelklingen und Bohrer, was darauf hindeutet, dass die Jagd eine entscheidende Rolle im Siedlungsgeschehen spielte.
Unter den Fundstücken bieten Perlen aus Materialien wie Jade, die in der Region nicht heimisch sind, wertvolle Einblicke in den künstlerischen und kulturellen Austausch während des Neolithikums. Besonders hervorzuheben sind zwei Perlen: eine mit einem Leopardenmotiv und eine weitere mit einem doppelseitigen Muster aus Geier- und Menschenfiguren. Geier- und Menschenmotive sind in Karahantepe weit verbreitet, während die Leopardenfigur häufig auf Säulen und Reliefs in Sayburç, Karahantepe und Göbeklitepe abgebildet ist, was die Verbindungen Sefertepes zu anderen Fundstätten der Taş-Tepeler-Gruppe unterstreicht.
Die Entdeckung von Mauerresten aus früheren Bauphasen bei Ausgrabungen deutet darauf hin, dass das Areal im Laufe der Zeit mehrfach erneuert und umgenutzt wurde, was auf eine kontinuierliche Besiedlung über verschiedene Epochen hinweg schließen lässt. Eines der rund angelegten Gebäude scheint während seiner Nutzung in einen rechteckigen Grundriss umgebaut worden zu sein; Spuren einer Renovierungsphase wurden als zusätzliche Schicht auf dem bestehenden Fußboden identifiziert.
Die Ausgrabungen eines Gebäudekomplexes, der durch die Verbindung mit anderen Bauwerken in Sefertepe erweitert wurde, dauern an. Die meisten freigelegten Strukturen weisen einen rechteckigen Grundriss auf und enthalten architektonische Merkmale wie Bänke, Plattformen und Strebepfeiler. In die Mauern sind Überreste zerbrochener Mahlsteine integriert. Die Fußböden bestehen aus einem Kalk-Lehm-Mörtel und weisen strategisch platzierte Säulen auf, die an jene in Göbeklitepe und Karahantepe erinnern.
Säulen spielen in Sefertepe eine entscheidende Rolle und sind damit ebenso wichtig wie an anderen Stätten der Taş-Tepeler-Kultur. Man hat Säulen in verschiedenen Größen und Formen identifiziert, einige davon mit Verzierungen. Neben den bekannten T-förmigen Säulen von Göbeklitepe und Karahantepe entdeckten Archäologen auch rechteckige, einseitig T-förmige und gestapelte Säulen sowie einen einzigartigen Typ, der in Siedlungen des Tigrisbeckens vorkommt.