Die in Litauen geborene Marija Gimbutas war bereits vor ihrem Tod 1994 eine Nationalheldin. Die klassisch ausgebildete Archäologin Dr. Gimbutas war zugleich Linguistin, Mythologin und Folkloristin und besaß die Vision einer Künstlerin und das umfassende Verständnis einer Philosophin. Sie genoss hohes Ansehen als weltweit anerkannte Expertin für die baltische und slawische Vorgeschichte sowie die indogermanische Bronzezeit und widmete die letzten dreißig Jahre ihres Lebens der Erforschung und Interpretation der frühen neolithischen Kulturen Europas. Ihre Entdeckung einer göttinnenzentrierten, matrilinearen Gesellschaft, die der patriarchalischen indogermanischen Kultur vorausging, gilt als bahnbrechend und begründete eine neue Sichtweise der europäischen Vorgeschichte, die traditionelle Annahmen über die Ursprünge der westlichen Zivilisation in Frage stellt. In diesem herausragenden Sammelband bringen internationale Wissenschaftler, Künstler und Schriftsteller ihre tiefe Verehrung für Marija Gimbutas zum Ausdruck und würdigen ihren Beitrag zu ihrer eigenen Arbeit.